Eingedenk

Kurzrezension: jQuery kurz & gut

Geschrieben am 13.04.2010, 13.37 Uhr
Kommentare:  keine | Tags: buch

Titel: jQuery kurz & gut
Autor: Andreas Vdovkin
Verlag: O'Reilly

Der O'Reilly-Verlag, unter anderem bekannt für seine exzellenten Perl-Titel, hat mir ein Exemplar seines neusten "kurz & gut"-Büchleins zur Rezension zugeschickt. Der Klappentext verspricht nach einer Einführung in die notwendigen Grundlagen und die typische Arbeitsweise mit jQuery einen Schwerpunkt auf der Navigation und Manipulation im DOM-Baum. Da diese Abschnitte zusammen mit weiteren Kapiteln etwa über Event-Handling, Ajax und das Entwickeln eigener jQuery-Plugins hauptsächlich das umfangreiche jQuery-API dokumentieren, habe ich mich besonders auf die einführenden Kapitel konzentriert.

Im ersten Kapitel "JavaScript-Grundlagen" stellt der Autor die JS-Datentypen, einige für die Entwicklung mit jQuery wichtige Programmiertechniken sowie den DOM-Baum von HTML-Dokumenten vor, im nächsten Kapitel wird auf die Einbindung und elementare Benutzung von jQuery eingegangen. Außerdem werden nützliche Werkzeuge wie Firebug vorgestellt. Für viele Web-Entwickler genau das richtige, falls sie zwar bereits mit JavaScript in Berührung gekommen sind (früher, als es noch böse war), aber einer kurzen Auffrischung bedürfen.

Beim Lesen dieser Einführung kommt aber leider der Eindruck auf, dass das Buch unter einem gewissen Zeitdruck veröffentlich wurde. Einige Abschnitte und Beispiele kommen an der falschen Stelle (Die Verwendung von Callback-Funktionen etwa ist eher eine Programmiertechnik als eine komplexe Datenstruktur), Method-Chaining wird zu oft erklärt, unobtrusive JS hingegen hat zu wenig Liebe erhalten, hier kommt Vdovkin nicht auf den Punkt. Auch einige Beispiele, wenn auch gerne mal etwas komplexer und damit auch interessanter als unbedingt nötig, hätten eine Überarbeitung verdient: es mischen sich deutsche und englische Bezeichner (sichtVar, hiddenVar), andere sind einfach nur seltsam (1ter, 2ter, mach). Solche Kleinigkeiten stören leider das Lesevergnügen.

Trotzdem wird auf wenig Platz ein Gefühl für die typische Arbeitsweise mit dem Framework vermittelt, indem der Autor viele praxisnahe Beispiele in typischer jQuery-Kompaktheit gibt. Wer zum ersten Mal mit jQuery in Berührung kommt, wird sich den Code allerdings mehr als einmal anschauen müssen um alles zu verstehen.

Der Hauptteil von "jQuery kurz & gut" besteht aus einer ausführlich kommentieren API-Dokumentation. Hier spielt das Buch seine Stärken aus, denn die Erklärungen in den API-Docs selbst sind oft sehr knapp (und das ist auch gut so). Zu allen Methoden wird außerdem mindestens ein (teilweise komplexes) Beispiel gegeben. Außerdem informiert der Autor über gegebenenfalls existierende Alternativen zu einer bestimmten Vorgehensweise und thematisiert auch die Effizienz der Ausführung.

Insgesamt erfüllt dieses Büchlein seinen Zweck: es erinnert an vergessene JavaScript-Grundlagen und bietet verständliche Erklärungen und Beispiele zu den vielen jQuery-Methoden. Einen didaktisch durchdachten Einstieg darf man in dieser Kürze (wobei, immerhin 160 Seiten ohne den nützlichen Index) freilich nicht erwarten, jedoch hätte es sicher die Chance gegeben, die Darstellung in den zwei einführenden Kapitel klarer zu gestalten. Ohne diese Unachtsamkeit wäre das Buch nicht nur "kurz & gut" -- sondern "kurz & besser".

Ein abschließendes Wort zur "Hardware": "jQuery kurz & gut" kommt in der gewohnten O'Reilly-Qualität: stabil und sauber verklebt, auf dicken Seiten und mit klarem Schriftbild. Damit es neben der Tastatur des Web-Entwicklers lange überlebt.

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