Eingedenk

Das Leben in vollen Zügen genießen

Geschrieben am 29.10.2006, 19.46 Uhr
Kommentare:  4 | Tags: bahn erlebnis

Manche Fragen zum Homogebahren stellen sich erst auf Zugreisen.

Es kommt vor, dass man sich als Beförderungsfall in den Westfalen-Express von Bielefeld (!) bis Hamm begeben muss. Der am heutigen Sonntagnachmittage verkehrende RE 6 war durch außerordentlich hohes Personenaufkommen charakterisierbar, das sich zur einzigen funktionsfähigen Toilette in Zugmitte hin merklich verdichtete. In deren Nähe wartend wurde ich Zeuge eines Ereignisses.

Zwei junge Männer drängelten sich an den Klo-Wartenden im Türbereich der eingesetzten Dostos vorbei und verschwanden im Toilettenraum. Wer mein Glück des Lebens in vollen Zügen teilt, weiß, dass diese Räumlichkeiten mit einer durchschnittlich gewachsenen Person bereits als überfüllt zu bezeichnen sind. Nach gefühlten 45 Minuten (es waren tatsächlich ca. 14) kamen beide nacheinander schüchtern grinsend aus ihrem "Abteil" und ergossen sich in die vollbesetzten Sitzbereiche. Auf dem Gesicht der an erster Stelle auf freie Örtlichkeiten wartenden jungen Dame spielten sich einige unkoordinierte Zuckungen ab, die mit kurzen Blicken zwischen den Wartenden weitergereicht wurden.

Ich hingegen stellte mir folgende Frage, die ich ebenfalls nun weiterreichen möchte: was wäre gewesen, wenn (1) es andersherum geschehen wäre, also alle Beförderungsfälle gleichzeitig in die Toilette gegangen wären und es sich die beiden Lustmolche in den leeren Sitzreihen besorgt hätten, und (2) ist es nicht gut, dass die Zugbauer Herrn R. Høn kennen und die Toilettenräume innen hohl gestaltet haben?

Kommentare

reieRMeister
30.10.2006, 08.35 Uhr

Wie wahr, wie wahr!

derPOLIZEI
30.10.2006, 22.39 Uhr

Guten Tag,

nach dem ersten Lesen fielen mir folgende Antworten ein:

- Es wäre nicht so eng gewesen.
- Ja. Das beseitigt jeden Zweifel an Høns homosexeller Orientierung.

Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass ich die philosophische Tiefe der Fragen noch nicht ganz erfasst habe. Ich werde darüber sinnieren, und dann noch ein bis dreihundert Kommentare verzapfen.


Grübelnde Grüße

Analratte
31.10.2006, 22.15 Uhr

- Es wäre viel enger gewesen!

- Ja. Dazu ist jedoch anzumerken, dass man Høns Schaffen auch autobiographisch sehen muss - auch er war irgendwie innen hohl. Dass er versucht hat, diese innere leere aufzufüllen ist doch mehr als zu verstehen.

derPOLIZEI
01.11.2006, 15.37 Uhr

Hallo liebe Analratte!

- Wo?

- Ich habe 20 Minuten überlegen müssen, wer nun wieder dieser Høns Schaffen ist. Danach hab ich aufgegeben.

Küsschen

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