Das Leben in vollen Zügen genießen
Es kommt vor, dass man sich als Beförderungsfall in den Westfalen-Express von Bielefeld (!) bis Hamm begeben muss. Der am heutigen Sonntagnachmittage verkehrende RE 6 war durch außerordentlich hohes Personenaufkommen charakterisierbar, das sich zur einzigen funktionsfähigen Toilette in Zugmitte hin merklich verdichtete. In deren Nähe wartend wurde ich Zeuge eines Ereignisses.
Zwei junge Männer drängelten sich an den Klo-Wartenden im Türbereich der eingesetzten Dostos vorbei und verschwanden im Toilettenraum. Wer mein Glück des Lebens in vollen Zügen teilt, weiß, dass diese Räumlichkeiten mit einer durchschnittlich gewachsenen Person bereits als überfüllt zu bezeichnen sind. Nach gefühlten 45 Minuten (es waren tatsächlich ca. 14) kamen beide nacheinander schüchtern grinsend aus ihrem "Abteil" und ergossen sich in die vollbesetzten Sitzbereiche. Auf dem Gesicht der an erster Stelle auf freie Örtlichkeiten wartenden jungen Dame spielten sich einige unkoordinierte Zuckungen ab, die mit kurzen Blicken zwischen den Wartenden weitergereicht wurden.
Ich hingegen stellte mir folgende Frage, die ich ebenfalls nun weiterreichen möchte: was wäre gewesen, wenn (1) es andersherum geschehen wäre, also alle Beförderungsfälle gleichzeitig in die Toilette gegangen wären und es sich die beiden Lustmolche in den leeren Sitzreihen besorgt hätten, und (2) ist es nicht gut, dass die Zugbauer Herrn R. Høn kennen und die Toilettenräume innen hohl gestaltet haben?