Eingedenk

Warum ich am Gardasee rausgevotet wurde

Geschrieben am 04.06.2007, 02.23 Uhr
Kommentare:  5 | Tags: erlebnis extremphysik sinn urlaub

Da denkt man, wenn man sich von Fernsehkameras fernhält, ist man davor sicher, von irgendwelchen Leuten irgendwo rausgevotet zu werden. Pustekuchen!

Denn unsereiner war kaum zum diesjährigen Surfurlaub am Gardasee angelangt, da wurde beschlossen, dass wir in unserer sechsköpfigen Gruppe jeden Tag zum Abendessen Leute nominieren können und diese dann rausvoten. Sinn der Aktion war entgegen erster entsetzter Reaktionen nicht, diese Leute wirklich vom Camping-Platz zu werfen, sondern lustige Nominierungen zu sammeln.

In meiner Funktion als Konditor rechnete ich schon am ersten Abend mit einer Nominierung und wurde nicht entäuscht. Martins Begründung, ich würde "dem Druck der Nominierungen ja doch nicht standhalten" musste allerdings hinter Daniels Katzenpipi zurückstecken, die ihm den ersten Abgang bescherte.

Um so erfreuter war ich, dass schon am nächsten Abend ein brisantes Ergebnis der Sonderforschungsgruppe Extremphysik mein Scheiden schwangerte. Die Herren Daniel und Martin entdeckten nämlich bei Tätigkeiten zu zweit am Reißverschluss das Prinzip der Sinnerhaltung. Offenbar geschieht immer dann, wenn jemand etwas sinnloses tut, irgendwo auf der Welt etwas sinnvolles. Und umgekehrt.

Der Anklagepunkt belief sich also darauf, dass ich mit meinem Entwurf, der Anpreisung sowie der Konstruktion des Sinnmachers ein großes Ungleichgewicht im Sinnkontinuum ausgelöst und damit viele sinnlose Kriege und damit den Tod vieler unschuldiger Kinder in Afrika zu verantworten hätte. Ich bekenne mich schuldig, die Vorwürfe sind stichhaltig und über jeden Zweifel erhaben. Noch am selben Abend war ich raus.

Um meine Taten wenigstens annähernd wieder gut zu machen, werde ich in naher Zukunft unheimlich viel blödes, hirnrissiges, abwegiges, verkorkstes, verrücktes und vor allem sinnloses Zeug machen. Daher habe ich mich bereits für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Votet für mich!

Kommentare

klawd
04.06.2007, 13.12 Uhr

Ja, ich glaube auch, dass der Sinnmacher so enorm viel Sinn macht, dass sinnlose Kriege und sowas alles entstehen müssen!

Du musst die Produktionsmaschinerie augenblicklich stoppen!

Zum Preis: meine Stimme hast du! *votier*
Grüße, klawd

Matthias
06.06.2007, 22.19 Uhr

Ich möchte mich zu diesem Thema auch mal zu Wort melden und die große Schuld von dir nehmen, für viele Unglücke verantwortlich zu sein.

Mir ist klar, dass es viele Elemente gibt, die nur durch ihr gegenteil bestehen können, wie das Gute, das ja bekanntlich nur zu erkennen ist, wenn man auch Böses kennt.

Jetzt kommt natürlich die Frage, gehört Sinn in diese Gruppe der 'Elemente'? Und wenn ja, ist es wirklich so, dass durch die Erzeugung des Einen das Andere entsteht?

Das kann ich mir nicht vorstellen. Ist es nicht eher andersherum, etwas wird in gegensätzliche Dinge aufgeteilt (notfalls in dem das Gegenteil erfunden wird) um es überhaupt von anderen Dingen unterscheiden zu können?

Aber es gibt auch viele Dinge, die nicht durch ein Gegenteil zu erfassen sind. gehört der Sinn nicht viel mehr zu dieser Gruppe? Wie eine Eigenschaft, zum Beispiel ein Farbe. Da gibt es auch kein Gegenteil dazu und wenn etwas gelb angestrichen wird muss nicht ein anderer Gegenstand antigelb werden.

Schöne Grüße aus dem Süden!
Matthias
(Ich hoffe, du kannst diese Nacht ruhig schlafen...)

Mirko
07.06.2007, 18.40 Uhr

Matthias hat Recht! Ich verlange vom Gratuliertenkolleg mein Geld zurück!
Mirko

Brüllliese
08.06.2007, 07.41 Uhr

Hat er nicht. Isso!

derSINNOLOGIESTUDENT
17.06.2007, 13.19 Uhr

Dieser Kommentar rettet zwei platinblonde, kongolesiche Frauen in den Mittvierzigern vor dem Tod durch Ertrinken im weißen Nil. Rucola ist kontrarevolutionär, besonders im Dativ.

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