Eingedenk

Mit Sonne im Herzen

Geschrieben am 12.06.2006, 11.07 Uhr
Kommentare:  2 | Tags: erlebnis studium urlaub

Kurzzusammenfassung einer Sonnenreise.

In tiefem Mitgefühl für die Anliegen derjenigen, die hier in den letzten Wochen nichts lasen, sei nun die Erklärung nachgeliefert.

Gestern abend erreichte unser Van nach etwa 31-stündiger Reisezeit von Calvi (Korsika) aus über Bastia (Korsika) und Savona (Italien, unweit von Genua) Münster, an Bord fünf müde Studenten auf dem Rückweg von einer zweieinhalbwöchigen Bildungsreise nach Korsika.

Dieser Aufenthalt war selbstverständlich eine reine Lernveranstaltung. Der studienorientierte Charakter der zwei Wochen wurde neben den in einer Woche zweimal täglich stattfindenden Lerngruppen durch intensive empirische Prüfungen der These untermauert, dass die Fortbewegung auf dem Wasser mittels eines dünnen Brettes und eines beweglichen Segels nicht nur möglich, sondern auch mit Genusspotential versehen ist. Die Untersuchungen konnten die These weitgehend stützen, modulo schlechter Windverhältnisse.

Besondere Vorkommnisse

Und so begab es sich, dass drei Herren zum Sanitärgebäude sich begaben, mit der Absicht, Geschirr zu spülen. Als diese drei Herren so zugange waren, ihre Teller zu waschen und zu polieren, bemerkten sie zwei junge Damen am Nachbarspülbecken von jeweils maximal 18 Lenzen (böse Zungen sprachen später von wesentlich weniger), doch zunächst maßen sie dieser augen- und herzerfreuenden Tatsache keine Bedeutung bei. Das Spülumfeld indes forderte gerade Sanitärzellen zum Gesprächsthema, welches diese drei Herren prompt anschnitten, einer von ihnen hatte schließlich das Los, eine solche zu besitzen und damit ein Luftfeuchtigkeitsproblem, was ihn veranlasste, sich beizeiten außerhalb der Nasszelle abzutrocknen. Das erschien den Herren als eine so gute Vorlage, dass sie nicht umhin konnten, die jungen Damen nach ihrer Meinung zu befragen, wie sie es hielten, wenn attraktive junge Studenten auf dem Balkon sich abzutrocknen sich erlaubten. Als Reaktion ernteten die Herren leises Kichern und nichts weiter. Auf diese Unkommunikativität waren die Herren in keiner Weise vorbereitet und ergingen sich weiterhin in Spültätigkeit. Erst zum Abschied sah man sich gefordert, erneut ein "Date" für "morgen abend, gleiche Stelle, gleiche Zeit" "klarzumachen", um von den Damen eine Zusage und von den Mitzeltbewohnern gehässige Sticheleien zu ernten. Immerhin wurden die Herren von den Damen am nächsten Abend nicht in Verlegenheit gebracht: diese nämlich waren bereits abgereist.

Es trug sich an einem Sandstrande zu, wo eines der Surfsegel bereit zum Abbauen durch uns lag. Eine Korsin scharwenzelte herbei und teilte uns in französischer Zunge mit, dass das Segel da wegmüsse, da käme nämlich ein Haus hin. An dieser Stelle möchte ich meine Leser bitten, kurz innezuhalten, um sich dieses in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen. Es handelte sich nämlich nicht um einen Übersetzungsfehler (keiner von uns war so richtig der Sprache mächtig) und wird auch nicht plausibler, wenn man es mehrmals liest/hört. Kurz, nachdem wir das Segel kopfschüttelnd beiseite geschafft hatten, erklang das rhythmische Piepen einer Baumaschine im Rückwärtsgang, die prompt mit einem Haus auf den Platz fuhr und es unter sehenswerten Bemühungen dort abstellte, wo vorher das Segel lag. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und an alle meine Leser apellieren, der tiefgreifenden Konsequenzen zu gedenken, die sich in aller Menschheit auch und gerade heute noch durch zahlreiche kulturelle Missverständnisse ergeben.

Weitere Zeilen zur Urlaubsreise erscheinen hier in Kürze und werden öffentlichkeitswirksam durch einen Zusatz "(Update 2)" im Titel bekanntgegeben.

Kommentare

reieRMeister
12.06.2006, 12.55 Uhr

Willkommen zurück im sonnigen Deutschland.

Mirko "memowe" Westermeier
16.06.2006, 11.28 Uhr

Herzlichen Dank, Mirko

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